17. März 2019

PREDIGT AM 17.03.2019

PREDIGT AM 17.03.2019

Predigt am 17.3.2019 (2. Sonntag der Passionszeit) in Hebborn

 

Johannes, Kapitel 3, Verse 14-21{GNB}.

Ohne Glauben an Jesus kein Leben

14 Mose richtete in der Wüste den Pfahl mit der bronzenen Schlange auf. Genauso muss auch der Menschensohn erhöht werden,

15 damit alle, die sich im Glauben ihm zuwenden, durch ihn ewiges Leben bekommen.

16 Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab. Nun werden alle, die sich auf den Sohn Gottes verlassen, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben.

17 Gott sandte den Sohn nicht in die Welt, um die Menschen zu verurteilen, sondern um sie zu retten.

18 Wer sich an den Sohn Gottes hält, wird nicht verurteilt. Wer sich aber nicht an ihn hält, ist schon verurteilt, weil er Gottes einzigen Sohn nicht angenommen hat.

19 So geschieht die Verurteilung: Das Licht ist in die Welt gekommen, aber die Menschen liebten die Dunkelheit mehr als das Licht; denn ihre Taten waren schlecht.

20 Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und bleibt im Dunkeln, damit seine schlechten Taten nicht offenbar werden.

21 Aber wer der Wahrheit*gehorcht, kommt zum Licht; denn das Licht macht offenbar, dass er mit seinen Taten Gott gehorsam war.

Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt. (Offb. 1,4b).

 

Liebe Gemeinde,

sicherlich kennen Sie aus der Bibel „Nikodemus“, ein angesehener Mann in einer führenden Position Im Hohen Rat. Nikodemus taucht mehrfach im Johannesevangelium auf. Er führte das sogenannte Nachtgespräch mit Jesus, von dem der Predigttext erzählt. Nikodemus war es auch, der bei der Verurteilung Jesu für ihn Partei ergriff und für ein faires Verfahren eintrat (Joh. 7, 50-52). Schließlich sorgte Nikodemus zusammen mit Josef von Arimatäa für eine würdige Bestattung.

Mithin wird deutlich, dass Nikodemus ein Interesse an Jesu Lehre hatte. Er wollte Jesus sprechen, aber wegen seines guten Rufes nicht öffentlich erkannt werden – insbesondere nicht von den Pharisäern. Deshalb suchte er Jesus nachts auf.  Sie sprachen zunächst über einen Neuanfang im Leben – Jesus spricht „von neuem geboren werden“. Dann sprachen sie über die merkwürdige Schlangengeschichte {Käßmann}, die Sie, liebe Gemeinde soeben hörten.

Mose hat die Israeliten aus der Sklaverei befreit und sie befinden sich nun in der Wüste. Das ständig gegen Gott rebellierende Volk wird von Schlangen heimgesucht, gewissermaßen als Strafe Gottes. Wer gebissen wird, muss sterben – Mose soll helfen! Gott weist Mose an, eine bronzene Schlange an einem Pfahl aufzurichten. Die Schlange kann jeder sehen, da sie erhöht angebracht wurde.

Das ist alles schwer zu verstehen, denn einerseits straft Gott den Ungehorsam der Israeliten, andererseits lässt sich Gott von Mose erweichen und eröffnet den Weg zur Rettung.  Es verhält sich aber so, dass nicht die Schlange hilft und auch nicht Mose, sondern das Gottvertrauen derjenigen, die auf die Schlange schauen. Wer zu ihr aufschaut, muss nicht sterben.

Nikodemus kennt diese Geschichte. Jetzt schlägt Jesus aber die Brücke zu sich selbst, indem er sagt:

Genauso muss auch der Menschensohn erhöht werden,

15 damit alle, die sich im Glauben ihm zuwenden, durch ihn ewiges Leben bekommen.

Kurz: Wer an Jesus glaubt, wird das ewige Leben erhalten. Noch kürzer: wer glaubt, wird gerettet.

Und folgendermaßen sieht der Zusammenhang der Schlangengeschichte mit Jesus aus:

So wie die Menschen das Heil erlebten, wenn sie zur Schlange schauten, erleben wir das Heil, wenn wir unseren Blick auf Jesus, den Gekreuzigten lenken. M. Käßmann schreibt, dass Gott den Blick von Menschen in eine andere Richtung lenkt, weg von dem, was vermeintlich so wichtig ist, hin. zu dem, was lebensrettend ist.

Da gibt es für uns nun die ganz einfache Schlussfolgerung, dass wir uns um unser Heil keine Sorgen zu machen brauchen; wir brauchen keine Angst zu haben.

Kann das so stehen bleiben, kann das so einfach stimmen? Es gibt doch auch andere Bibelstellen, wie z.B. bei Lukas im 13. Kapitel (23+24). Dort wird gesagt, dass man sich nach Kräften bemühen soll, durch die enge Tür zu gelangen. Jesu sagt: „Denn viele, sage ich euch, werden sich am Ende darum bemühen, aber es nicht mehr schaffen.“

Das klingt sehr hart, es scheint das krasse Gegenteil zu dem zu sein, was wir bei Johannes hörten.

Manche Menschen meinen, es sei egal, was man glaubt und sie sind der Auffassung, dass es zwar irgendeinen Gott gibt, den man aber nicht benennen kann.

Der Kölner Nobelpreisträger Heinrich Böll hat genau zu diesem Thema seine satirische Erzählung „Dr. Murkes gesammeltes Schweigen“ geschrieben. In einer geplanten Radiosendung will der Prof. Bur-Malottke in seinem Beitrag das Wort „Gott“ ersetzen durch „Jenes höhere Wesen, das wir verehren“.

Unterschwellig steckt in dieser Aussage eine Glaubensüberzeugung, dass es viele Wege zu einem nun nicht definierten Gott gäbe. Es wird der christliche Gott nicht ausgeschlossen, eine Vorstellung von ihm bleibt allerdings im Nebulösem.

Obgleich Böll die Erzählung schon vor mehr als einem halben Jahrhundert geschrieben hat, ist sie nach wie vor angesichts der momentanen Kirchenaustritte aktuell.

Immerhin sagen ca.70% der Menschen hier im Westen, dass sie an Gott glauben, auch wenn sie an jenes höhere Wesen glauben. Dennoch verstehen sie sich als Christen. Und von denen sagen immer mehr: Glaube ja, Kirche nein – und treten aus {Süddeut. Zt. ff.}.

Das bedeutet, dass die Bindung an die Kirche abgeschwächt ist. Man versteht sich irgendwie als Christ, hat aber auch kein leidenschaftliches Verhältnis zum Glauben mehr. Das wichtigste Austrittsmotiv war: Ich kann auch ohne Kirche Christ sein.

Das kann ja sein, wenn auch hier nicht nachvollziehbar. Aber es kann nicht sein, dass die Gottesvorstellung unseres dreieinigen Gottes im Nebulösem verbleibt.

Außerdem muss die Beliebigkeit, die im „Jenem höheren Wesen“ angesprochen wird, verschwinden.

Schauen wir dazu auf Jesu überdeutliche Worte. Er will uns in aller Klarheit und Eindringlichkeit sagen, dass es nur einen Weg zu Gott gibt: Durch ihn.

Wenn dies eine wahre Aussage ist, dann gibt es keine Alternativen. Wenn Sie, liebe Gemeinde, einen solchen Hochspannungspfeil sehen, zusätzlich mit dem Vermerk “Berühren der Hochspannungsleitung ist tödlich!“, dann werden sie die Leitung nicht berühren und auch nicht irgendwelchen Alternativen vertrauen. Ein Schild mit einer Aufschrift “Berühren der Hochspannungsleitung ist tödlich! außer Sie stehen auf einer trockenen Gummimatte und können keine weiteren metallenen Gegenstände erreichen“. Das ist physikalisch nur bedingt richtig, würde aber nur solche Leute ansprechen, die immer alles anzweifeln und Entscheidungen als Zumutung empfinden. Solche Leute eilen lieber der Devise nach „Sowohl als auch“ also Tod, oder unter bestimmten Voraussetzzungen doch noch leben nach Berührung. Aber es ist sicher, dass die Berührung ohne Vorkehrungen tödlich ist – immer!!! Und das ist wahr!

Jesus Aussage, er sei der einzige Weg zu Gott, fordert uns zu einer Entscheidung heraus: Entweder wir glauben ihm oder eben nicht. Auf den Glauben kommt es an. Wir brauchen keine Glaubensheldinnen und Glaubenshelden zu sein, sondern uns einigermaßen in Glauben, Hoffnung und Liebe zu Gott und den Menschen durchs Leben kämpfen. Das genügt {Lutz}.

Das ewige Leben bekommt der Mensch nicht automatisch, sondern nur, wenn er an Jesus glaubt, wenn er glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist.

Weil Gott die Menschen liebt, eröffnet er in Jesus jedem Menschen die Möglichkeit, im Glauben das ewige Leben zu finden.

Das ist gleichlautend mit unserem Predigttext nach Johannes. Dazu gibt es aber neue Aussagen:

16 Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab. Nun werden alle, die sich auf den Sohn Gottes verlassen, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben.

17 Gott sandte den Sohn nicht in die Welt, um die Menschen zu verurteilen, sondern um sie zu retten.

18 Wer sich an den Sohn Gottes hält, wird nicht verurteilt. Wer sich aber nicht an ihn hält, ist schon verurteilt, weil er Gottes einzigen Sohn nicht angenommen hat.

Mit eigenen Worten könnte man das auch so interpretieren: Wer so glaubt, braucht nicht das Jüngste Gericht zu fürchten, es findet für ihn nicht statt. Auch wenn alle Taten bekannt sind, so werden sie ihm nicht angerechnet, es gibt kein Gerichtsurteil. Das hat den Grund darin, dass ein solcher Mensch im Glauben an Jesus schon den Zugang zum ewigen Leben gefunden hat.

Wer aber nicht an Jesus glaubt, der hat selbst das Urteil über sich gesprochen. Er hat sich selbst verurteilt und nicht Gott. Gott hat uns unseren freien Willen gegeben und den tastet er nicht an.

Wer nicht an Jesus glaubt, der hat sich für ein Leben ohne Jesus und fern von Gottes Liebe entschieden. Das wäre kein Leben nach biblischem Kontext weder hier und jetzt, noch in Gottes neuer Welt – in Ewigkeit.

Folgen wir nochmals dem Evangelisten Johannes:

19 So geschieht die Verurteilung: Das Licht ist in die Welt gekommen, aber die Menschen liebten die Dunkelheit mehr als das Licht; denn ihre Taten waren schlecht.

20 Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und bleibt im Dunkeln, damit seine schlechten Taten nicht offenbar werden.

21 Aber wer der Wahrheit*gehorcht, kommt zum Licht; denn das Licht macht offenbar, dass er mit seinen Taten Gott gehorsam war.

Die Entscheidung an Jesus zu glauben oder nicht sieht dann so aus:

Entweder Licht und alles Helle und Freundliche oder aber Finsternis, die sich ausdrückt im Verbergen, Unehrlichkeit, Schlechtigkeiten – kurz alles, was das Licht scheut. Man sollte wissen wie schon gesagt, dass das bewusst verfehlte Leben und das Böse sich selbst richtet. Dagegen steht: Wer Gott vertraut, wird nicht gerichtet, sondern gehalten.

Hierzu gilt ein sogenanntes „Ich bin-Wort“ Jesu: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt soll nicht wandeln in der Finsternis, sondern das ewige Licht des Lebens haben (Joh. 8, 12).

Der letzte Vers des Predigttextes nimmt das Thema des Lichtes noch einmal auf:

21 Aber wer der Wahrheit*gehorcht, kommt zum Licht; denn das Licht macht offenbar, dass er mit seinen Taten Gott gehorsam war.

Es gilt nach wie vor, dass wir mit unseren noch so guten Taten uns die Zuwendung Gottes nicht erkaufen können – es geht bei Gott nicht um Leistung.

Weil Gott uns liebt -wir sind schließlich seine Kinder – werden wir ihn lieben in unserem Handeln und in unserem Wollen. Das geschieht aus Dankbarkeit.

Und so schließt sich der Kreis: Wir danken Gott, dass wir durch unseren Glauben an Jesus Christus gehalten sind hier auf Erden und in Ewigkeit. Amen

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

 

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